10.03.2016 Hanauer Anzeiger

Das Westkarree wächst und wächst


 

 

 

Hanau (kwo). Trommelwirbel über dem Westkarree: Die Stadt und der Bauträger BPD Immobilienentwicklung hatten gestern gleich doppelten Grund zu feiern, da durfte ein wenig dramatische Untermalung wohl nicht fehlen. Neun Monate nach dem Spatenstich wurde an der Hahnenstraße/Ecke Steinheimer Straße Richtfest für den zweiten Abschnitt des Wohnbauprojekts gefeiert. Zudem leitete ein Spatenstich den letzten der insgesamt drei Bauabschnitte ein.

 

An Grün wird nicht gespart: Eine kleine grüne Lunge inmitten des Westkarrees soll die Bewohner zum Verweilen einladen.


Während Oberbügermeister Claus Kaminsky (SPD) von einer "dramatischen Aufwertung" der südlichen Innenstadt sprach, hatte Stefan Messemer, der Frankfurter Niederlassungsleiter des Investors BPD, eine Auszeichnung für die Stadt im Gepäck - wenn auch nur symbolisch. "Der Innovationspreis in der Kategorie ´Mut zum Stadtumbau` geht in diesem Jahr an Hanau", sagte Messemer zum Auftakt. Er verwies auf das vor wenigen Monaten eröffnete Forum, den umgestalteten Marktplatz und nicht zuletzt den Freiheitsplatz, die in ihrer Gesamtheit das "Gesicht Hanaus" neu geprägt hätten. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt aber auch das Westkarree. Vier der insgesamt 13 Häuser sind bereits fertiggestellt, kurz vor Weihnachten konnten die ersten Bewohner ihre neue Bleibe an der Altstraße/Ecke Französische Allee beziehen. Im zweiten Bauabschnitt entstehen aktuell fünf Häuser mit 57 Wohnungen entlang der Hahnenstraße/Ecke Steinheimer Straße. In einem letzten Schritt errichtete die BPD weitere 38 Wohneinheiten, aufgeteilt auf vier Häuser. Bis Ende 2017 soll laut Bauträger alles fertig sein, die Menschen ihr nigelnagelneues Eigentum unweit der Niederländisch-Wallonischen Kirche bezogen haben.

 

Insgesamt 146 Wohnungen aufgeteilt auf 13 Häuser entstehen im Westkarree. Die ersten Eigentümer sind bereits Ende vergangenen Jahres eingezogen.

 

Die neuen Unterkünfte gehen weg wie warme Semmeln. Bereits 108 der insgesamt 146 Eigentumswohnungen sind laut Investor an den Mann oder die Frau gebracht. "Darüber hinaus gibt es zahlreiche Reservierungen", teilte Messemer mit. Auf einschlägigen Immobilien-Seiten finden sich Angebote von noch freien Eigentumswohnungen. Diese sind zwischen 54 und 134 Quadratmeter groß und kosten 152 000 bis 423 000 Euro. Sämtliche Wohnungen erhalten Terrassen, Balkone, Loggien oder Dachterrassen, sind barrierefrei zugänglich und über Aufzüge in alle Geschossen erreichbar. Jeder Wohnung ist mindestens ein Stellplatz in der Tiefgarage zugeordnet. Sämtliche Erdgeschosswohnungen erhalten eine privat nutzbare Gartenfläche inmitten des landschaftsgärtnerisch gestalteten Innenhofs oder mit Südausrichtung entlang der Hahnenstraße.


BPD liegt mit den Bauarbeiten nach eigenen Angaben im Zeitplan. "Wir konnten ihn sogar unterschreiten", erzählte Messemer. So seien die ersten Häuser drei Monate früher als veranschlagt fertiggestellt worden. Beim Faktor Zeit zeigte sich auch Kaminsky mehr als zufrieden: "Wir sind bei dem Bauprojekt nicht nur irgendwie gut unterwegs, es ist vielmehr eine grandiose Erfolgsgeschichte". Die Stadt sei ihrer Zeit voraus, weitere fünf Jahre hätte sie ursprünglich bis zur Fertigstellung dieses Projekts veranschlagt. Ausbremsen wollte der OB die Bauarbeiten jedoch nicht, das Ganze vielmehr als ein "Weiter so" zu verstehen wissen. Warum sich ein "Weiter so" für die BPD auszahlen könnte, lieferte Kaminsky gleich hinterher. "Bis 2020 wollen wir in Hanau 3000 neue Wohnungen für 6000 Menschen bauen", sagte der OB. 700 Wohneinheiten sollen allein auf einem 70 Hektar großen Areal der Pioneer-Kaserne in Wolfgang entstehen. Ein Investor steht noch aus, die Ausschreibung läuft. "Leider", sagte Messemer gestern schmunzelnd. Soll heißen: Die BPD würde das Projekt wohl gerne in Angriff nehmen. Die Konkurrenz jedoch ist groß.

 

Hintergrund: BPD

Die BPD Immobilienentwicklung hat in der Region Hanau bereits verschiedene Projekte umgesetzt, so unter anderem in Bruchköbel, Nidderau, Schöneck, Großkrotzenburg und Maintal. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren in Frankfurt und Umgebung laut eigenen Angaben mehr als 2400 Wohneinheiten entwickelt und realisiert. Seit Anfang vergangenen Jahres firmiert es unter dem Namen BPD (Bouwfonds Property Development), zuvor hieß es Bouwfonds Immobilienentwicklung. BPD Deutschland hat seinen Sitz in Frankfurt und ist daneben mit Niederlassungen in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München vertreten. Zudem ist das Unternehmen in den Niederlanden sowie Frankreich vertreten. Laut eigenen Angaben ist es einer der größten Immobilienentwickler Europas. Als Tochterunternehmen der Rabobank blickt BPD auf eine über 65-jährige Firmengeschichte zurück.


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